Es gibt diese Tage, an denen ich in zwei Stunden mehr wegschaffe als sonst in zwei Wochen.
Da ist kein Trick dahinter, auch keine neue Methode. Ich setze mich hin und es läuft. Das Angebot, das seit einem Monat liegt, ist in vierzig Minuten fertig und besser als alles, was ich mir vorher mühsam abgerungen hätte.
Lange habe ich solche Tage für Zufall gehalten. Für gute Laune, genug Schlaf, günstige Umstände.
Sie sind kein Zufall.
Interessant wird es, wenn man beide Zustände nebeneinanderlegt. Derselbe Mensch, derselbe Schreibtisch, dieselbe Aufgabe. Einmal geht nichts, einmal geht alles. Läge es an der Disziplin, müsste die an manchen Tagen schlicht verschwinden und ein paar Tage später von selbst zurückkommen. So verhält sich Disziplin nicht.
Was sich ändert, ist dein Zustand. Dein Widerstand ist der Teil von dir, der das bemerkt, bevor dein Kopf es bemerkt.
Deshalb halte ich Prokrastination für eine Stärke, sobald du sie lesen kannst. Sie zeigt dir ziemlich präzise an, dass gerade etwas nicht passt. Die Aufgabe, der Zeitpunkt, manchmal die ganze Richtung. Wer dieses Signal lesen kann, arbeitet irgendwann in den Phasen, in denen ihm die Dinge leicht von der Hand gehen, und quält sich nicht mehr durch die Stunden, in denen ohnehin nichts vorangeht.
Bei mir hat es Monate gedauert, bis ich das glauben konnte. Ich hatte jahrelang das Gegenteil geübt. (Ganz weg ist der alte Reflex bis heute nicht, morgens um neun schimpfe ich manchmal immer noch mit mir.)
Vier kostenlose Videos habe ich dazu aufgenommen. Woher dieses Signal kommt, wie du es liest, und was passiert, wenn du aufhörst, dagegen zu arbeiten.
Wie ist das bei dir? Kennst du diesen Zustand?
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