Am produktivsten bin ich an den Tagen, an denen ich etwas Wichtiges vor mir herschiebe.
Posteingang leer. Schreibtisch aufgeräumt. Zwei Recherchen erledigt, nach denen niemand gefragt hatte. Abends achtzehn abgehakte Kleinigkeiten und die eine Sache, um die es ging, unberührt.
Faulheit sieht anders aus. Faulheit sucht sich keine Arbeit.
Und genau das macht die Sache so schwer zu erkennen. Wer nichts tut, merkt es noch am selben Abend. Wer stattdessen etwas anderes tut, hat einen vollen Tag, ein gutes Gewissen und Ergebnisse, die er vorzeigen kann.
Der Kleinkram ist keine Ausrede. Er ist eine Betäubung. Damit bleibt der Widerstand leise genug, dass man ihn nicht anschauen muss.
Bei mir hat es Jahrzehnte gedauert, bis mir auffiel, welche Aufgaben da eigentlich liegen bleiben. Nicht wechselnde. Immer dieselben.
Ab diesem Punkt trug die Erklärung mit der Disziplin nicht mehr. Ein Mensch, der von acht bis neunzehn Uhr arbeitet, hat kein Disziplinproblem. Er hat ein Problem mit einer bestimmten Aufgabe, und das ist etwas völlig anderes.
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